Headbangen statt Haare föhnen
Die haben doch tatsächlich das feine SOUND zugemacht. Der neue Schriftzug lautet "Tabu Bar Table Dance", und wir brachten es nicht übers frisch gebrochene Herz, auch noch die Neuerungen innen zu begutachten, nachdem der Türsteher uns, die wir mauloffen stehengeblieben waren, erklärte, ditt sei schon ne Weile und wie lang wärn wir denn nich mehr hier jewesn und nee die ham pleite jemacht.
Es war vor allem deswegen so fein, weil es in einer wunderbaren Berechenbarkeit immer das gleiche bot und man genau deswegen in regelmäßigen Abständen hinging: Hardrock bis Metal jeder Couleur, genug rempelkinderloser Platz auf der Tanzfläche und endlich mal Leute, die nicht so aussahen, als hätten sie fünf Stunden vor dem Spiegel verbracht, um möglichst "ich bin eben erst aufgestanden und trage ein schwarzgefärbtes Vogelnest auf dem Kopf sowie darunter etwas, das ich günstig bei H&M erwarb und das aussieht, als hätte ich genau darin bis eben gepennt" auszusehen. Faire Bierpreise. Eine 1a Lüftung, die die Haare nach einer Nacht auf der Tanzfläche nicht nach Rauch, sondern nach Nebelmaschine riechen ließ. Genügend Sitzplätze hier und dort. Kicker. Klofrau! Und all das in einem düsteren Ambiente, das ein Wahnsinniger mit einer Zeitmaschine hinterrücks den 80ern geklaut hatte. Und es war der einzige Laden mit verdammt guter Musik, in dem man sich wieder wohlfühlte, nachdem man sich in den anderen handelsüblichen Clubs plötzlich umgesehen hatte und feststellte, huch, die sind aber plötzlich alle klein und bleich und jung um uns herum. Und was spielen sie denn jetzt da eigentlich, und warum jubeln die denn alle. (Und innerlich: Hoffentlich ist das nicht Tokio Hotel.)
Tja. Metallberechenbarkeit ade. Da müssen wir jetzt wohl stark sein, wieder in die Diskotheken voller digitalkamerablitzender Rempelkinder und generische-Streifen-T-Shirt-Träger wanken, uns verächtlich verhalten und, um ein (wahrscheinlich verkanntes) Statement zu machen, die Haare besonders hingebungsvoll zu beispielsweise Self Esteem schütteln.
Es war vor allem deswegen so fein, weil es in einer wunderbaren Berechenbarkeit immer das gleiche bot und man genau deswegen in regelmäßigen Abständen hinging: Hardrock bis Metal jeder Couleur, genug rempelkinderloser Platz auf der Tanzfläche und endlich mal Leute, die nicht so aussahen, als hätten sie fünf Stunden vor dem Spiegel verbracht, um möglichst "ich bin eben erst aufgestanden und trage ein schwarzgefärbtes Vogelnest auf dem Kopf sowie darunter etwas, das ich günstig bei H&M erwarb und das aussieht, als hätte ich genau darin bis eben gepennt" auszusehen. Faire Bierpreise. Eine 1a Lüftung, die die Haare nach einer Nacht auf der Tanzfläche nicht nach Rauch, sondern nach Nebelmaschine riechen ließ. Genügend Sitzplätze hier und dort. Kicker. Klofrau! Und all das in einem düsteren Ambiente, das ein Wahnsinniger mit einer Zeitmaschine hinterrücks den 80ern geklaut hatte. Und es war der einzige Laden mit verdammt guter Musik, in dem man sich wieder wohlfühlte, nachdem man sich in den anderen handelsüblichen Clubs plötzlich umgesehen hatte und feststellte, huch, die sind aber plötzlich alle klein und bleich und jung um uns herum. Und was spielen sie denn jetzt da eigentlich, und warum jubeln die denn alle. (Und innerlich: Hoffentlich ist das nicht Tokio Hotel.)
Tja. Metallberechenbarkeit ade. Da müssen wir jetzt wohl stark sein, wieder in die Diskotheken voller digitalkamerablitzender Rempelkinder und generische-Streifen-T-Shirt-Träger wanken, uns verächtlich verhalten und, um ein (wahrscheinlich verkanntes) Statement zu machen, die Haare besonders hingebungsvoll zu beispielsweise Self Esteem schütteln.
von trilusion • 23. Sep, 04:02 • einsortiert unter mitteilung
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