Ich lache ungern über meine eigenen Witze.
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trilusion • 10. Jul, 21:14 • einsortiert unter
wunderlich
Mir passiert es dauernd (sagen wir: Locker zweimal im Monat), dass ich in einem öffentlichen Verkehrsmittel sitze und ein durchaus wahrnehmbares Geräusch (Gekicher, Gepruste o.ä.) von mir gebe, weil mich meine momentane Literatur dazu treibt. Es passiert auch nicht weniger oft, dass ich an irgend etwas lustiges denke und mir das ein ebensolches Geräusch entlockt, oder zumindest ein kaum zu bändigendes Grinsen. Dahingegen habe ich aber bestimmt schon seit drei Jahren (so lange kommt es mir vor) niemanden gesehen, dem das passiert.
Woran liegt das bloß?
Sind meine Mitfahrer spaßlos? Lesen sie nicht? Wenn sie lesen, lesen sie nichts lustiges? Erinnern sie sich nicht? Haben sie nichts witziges zum Erinnern? Nicht auszudenken. Oder lese ich einfach immer nur und bekomme es vor lauter Lesebegeisterung gar nicht mit? Das wäre ja geradezu schändlich.
PS. Top 5 der most recent Lektüren, bei denen ich laut lachen mußte:
(5) Max Goldt:
Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau.
Doofes Essen, doofe Kleidung.
(4) Wladimir Kaminer:
Schönhauser Allee.
Eine Runde eine Stunde, dann werden die Pferde gewechselt.
(3) Tina Uebel:
Frau Schrödinger bewältigt die Welt.
Frau Schrödinger steht zwischen zwei Männern...
(2) Sven Regener:
Herr Lehmann.
Am Anfang, die Stelle mit dem Hund.
(1) Axel Hacke, Michael Sowa:
Der weisse Neger Wumbaba.
Just call me an island sleaze / All my body yours for free / This is who I want to be / Louise the bone eater
von
trilusion • 10. Jul, 20:55 • einsortiert unter
wissenwill
Neulich im ICE. Ich, wie immer leicht angemüdet, schoß mir durch kunststoffumhüllte Drähte laute Musik direkt ins Hirn. Und obwohl mir bewußt war, dass es keinerlei für mich interessante Lautsprecherdurchsagen geben kann (Ausnahmesituation: Zug fährt nicht), falle ich immer wieder gloriös auf die Musik durchdringendes Lautsprechergemurmel rein. So entstöpselte ich für besseres Verständnis immerhin ein Ohr und verstand:
"Liebe Fahrgäste. Beachten Sie bitte auch unser astrologisches Angebot. ..."
Aufkeimende Visionen von einer kleinen, dunklen, mit verblassenden Sternen und Monden bedruckten, angesifften kleinen Bude direkt neben dem Bordrestaurant, wo man sich von etwas Hutzligem unbestimmten Geschlechts die Karten legen lassen kann und eine Kristallkugel unheilvoll glitzert. Ferner Am-Platz-Service in der 1. Klasse: "Guten Tag! Darf ich Ihnen Handlesen anbieten? Oder hätten Sie gerne Ihr persönliches Wochenhoroskop?"
Anschließend immer mal wieder daran gedacht und meinen armen, wohlriechenden Sitznachbarn nachhaltig verstört durch immer wieder spontan auftretendes, für ihn völlig grundloses Gekicher und Gepruste.
PS. "Wohlriechend", nicht wahr, war natürlich zähneknirschend ironisch. Ganz abgesehen von der Antwort auf die brennende Frage, wie es im olfaktorischen Zentrum von Douglas-Verkäuferinnen aussieht, interessiert mich auch, warum es auf jeder längeren Zugfahrt einen in meiner nächsten Umgebung gibt, der sich mit einer kopfschmerzverursachenden Kombination von Deodorants, Parfüms, Haarsprays oder was auch immer für sonstigem Höllenzeugs ungefähr 1 Stunde, bevor er aussteigen muß, in der Zugtoilette duscht.
Lärmt einer, kann man ihm sagen, hör jetzt aber sofort auf zu lärmen. Stinkt einer, kann man ihm zwar sagen, hör jetzt aber sofort auf zu stinken, aber es wird dieser Aufforderung gewiß noch weniger oft nachgekommen werden als dem Lärmverbot. Verdammt.
von
trilusion • 10. Jul, 20:26 • einsortiert unter
mental note